Willkommen beim FC Grosshöchstetten-Schlosswil

<< 15. November 2021>>: 20 Jahre FCGS - #10: Serä Hirschi

Am 18.06.2001 wurde aus den beiden Vereinen FC Grosshöchstetten und SC Schlosswil der FC Grosshöchstetten-Schlosswil.
Da aufgrund der momentanen Situation ein gebührendes Fest nicht planbar ist, möchten wir den runden Geburtstag anderweitig feiern. Wir möchten Personen, welche den FCGS mitgeprägt haben oder Nahe stehen, auf unserer Website zu Wort kommen lassen.

Im letzten Teil geht es weiter mit Serä Hirschi - Jugenspieler, ehemaliger Trainer D-Junioren, langjährigen Kapitän und heutiger Assistenztrainer vom "Eis".

Name Hirschi Sergio
Geburtsdatum 27. März 1986
Spitzname im FCGS Serä, Hanse, Eisen, Butcher (nur Frei Remo)
Bisherige Vereine FCG, FCGS
(ehemalige) Funktion(en) beim FCGS (Jahr) - Jugenspieler
- D-Jugend Trainer
- Spieler 1. Mannschaft
- Assistenztrainer 1. Mannschaft
Lieblingsteam FCGS
Lieblingsspieler Horst Hrubesch, René Schär

Welches war dein erster Berührungspunkt mit dem FCGS/FCG/SCS?
Ab der Saison 1992/93 F-Jugendspieler des FCG, sonst Spiele der 1. Mannschaft auf dem Sportplatz Thalibühl als Zuschauer.

Was waren/sind deine Gedanken zur Fusion der beiden Vereine FC Grosshöchstetten und SC Schlosswil im Jahr 2001?
Der Zusammenschluss des altehrwürdigen FC Grosshöchstetten mit den Freiherren zu Wyl war unter uns Junioren kein grosses Thema. Es wurde wohl als richtig, aber für uns zweitrangig empfunden. Wir Nachwuchsspieler hatten da ja ohnehin schon zusammen trainiert und gespielt. Und auf unseren Trikots war ohnehin kein Vereinswappen aufgedruckt. Da wurde der Neubau des Sportplatz Arniacher einige Zeit zuvor als für uns viel zentraler erachtet. Auch wenn die Beweggründe damals aus sportlichem Antrieb erfolgten, kann die Zusammenlegung heute als Vorzeigeprojekt betrachtet werden. Was von der späteren Fusion der beiden Einwohnergemeinden nicht behauptet werden kann (persönliche Meinung, Anm. d. Red.).

Wie war das Vereinsleben zu deiner Zeit? Was hast du geschätzt?
In der Tradition der beiden Vereine hat die Vereinskultur, gemeinschaftliche Präsenz in den Gemeinden und die aktive Teilnahme am Dorfleben einen hohen Stellenwert. Neben der körperlichen Ertüchtigung der Vereinsmitglieder sind die Pflege und Förderung des Fussballsports, die Kameradschaft und Geselligkeit, die Förderung der Jugend und des Ansehens des Fussballsports sowie die Pflege gesellschaftlicher Kontakte zentral. Daher denke ich, dass das Vereinsleben früher nicht viel anders war, als es heute ist. Aus meiner Sicht ist wichtig, dass neben dem Spielbetrieb etwas "passiert". Allerdings nicht einfach irgendetwas, sondern so, dass die Vereinsmitglieder "mitziehen". Da macht es im Endeffekt keinen Unterschied, ob früher oder heute. Wichtig ist ein lebendiges Vereinsleben. Da ist es zweitrangig, ob es gesellschaftliche Anlässe sind oder ein Trainingslager ist. Vor einigen Jahren z.B. hatten wir in der 1. Mannschaft eine Top-Truppe beieinander. Alle kannten sich von der Schule, aus der Lehre oder der Rekrutenschule, haben die Jugendmannschaften zusammen durchschritten und verbrachten auch die Freizeit oder Ferien zusammen. Da war es selbstverständlich, dass man sich neben dem Trainings- und Spielbetrieb auch sonst für den Verein engagierte. So konnte man viel bewirken.

Wichtiger ist aus meiner Sicht aber, dass der Verein seit Tagen, an denen der Eintritt in ein Fussballstadion noch ein paar Franken fünfzig kostete und die Zuschauer nur einen Becherwurf von der Seitenlinie entfernt standen, seine Identität nicht verloren hat. Fussballstadien z.B. stehen in der heutigen Zeit an den absurdesten Orten dieser Erde: In der Wüste von Katar oder im Dschungel von Brasilien. Der Arniacher, Nahe der Ortsgrenze zu Schlosswil gelegen, ist ein typischer Sportplatz geblieben, trainiert wird auf dem Thalibühl oder im Winter in der Sporthalle am Alpenweg. Der Verein zieht seit ruhmreichen Zweitligazeiten eine stattliche Anzahl an Zuschauern an und ist für viele weit mehr als nur ein netter Zeitvertrieb. Anderswo hält das Geld lokaler Mäzene Amateurvereine am Leben. Hier sind es der unabhängige und verlässliche Vorstand, die Kameradschaft der Vereinsmitglieder, viel Ehrenamt, der freundschaftliche Zusammenhalt der Aktiven und "die guten Seelen" des Vereins. Ein Verein ist die Summe seiner Mitglieder, die sich engagieren und für das Kollektiv arbeiten – dass war früher so, und wird auch in Zukunft immer so sein.

Wie hat sich der Fussball verändert im Vergleich, als du noch aktiv warst zu heute? Bist du immer noch mit dem Fussball verbunden?
Fussball war früher eher ein laufintensiver Kampfsport und ist heute vielmehr ein kampfbetonter Laufsport. Wie alles andere entwickelt sich auch dieser Sport stetig weiter. Die Spielweise ist heute weit schneller, technischer und dynamischer. Auf Amateur-Basis sind Aufstellung und Taktik zwar zweitrangig und ein Matchplan wird ganz einfach auf die Anzahl Spieler heruntergebrochen, dennoch haben es Spielertypen wie wir sie waren – Kopfball, Langholz, Grätsche – heute viel schwerer. Was früher sicher besser oder anders war, ist der Trainingsfleiss. Training, Spieltag oder Trainingslager waren Pflichttermine. Aber wenn die Jungs am Wochenende das Leder dann wieder geschmeidig in den Winkel schlenzen, kann man ihnen irgendwie auch nicht wirklich böse sein…

Die Faszination für den Fussball liegt in der Einfachheit des Spiels: Rasen, ein Lederball, zwei Tore und Spieler verpackt in ein verträgliches Format von zwei Mal 45 Spielminuten. Fussball lebt von grossen Schlachten, bitteren Niederlagen und epischen Duellen. Fussball steht für Leidenschaft, Ehrgeiz, Disziplin, Bescheidenheit, Mut, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Konzentration, Fleiss, Wertschätzung, positive Kommunikation und positives Denken, Mannschaftsgeist und Zusammenhalt. Anders als im hochgezüchteten und von Welt-, Kontinental- oder Nationalverband initiierten und der Weltbevölkerung zum Konsum vorgeworfenen professionellen Fussball-Marionettenspiel, blieben diese Werte auf Amateur-Basis bis heute bestehen. Der Amateurfussball ist längst ein geeignetes Vorbild für die Profis geworden. Daher, ja klar, in irgendeiner Form werde ich immer mit dem Fussball verbunden sein – der Fussball stirbt nie.

Welche Anekdote aus deiner Zeit beim FCGS möchtest du uns noch erzählen?
Egal ob Trainingslager, Anlässe, eine Stunde nach Spielabpfiff oder Trainingsschluss noch in der Garderobe sitzend oder was auch immer…es gibt Dutzende. Aber nicht eine davon ist annähernd so lustig oder im Nachhinein nachvollziehbar, wie wenn man selber dabei war. Daher versuche ich es gar nicht erst.

Wo siehst du den FC Grosshöchstetten-Schlosswil in 20 Jahren?
Aus meiner Sicht sind die vielen Jugendspieler, die den Sprung in die Aktivmannschaften schaffen, und deren Loyalität zu den Gelb Blauen seit jeher Stolz und zugleich grösste Stärke des Vereins. Dass wir im Minimum eine Drittligamannschaft stellen, ist zwingende Voraussetzung, damit talentierte Nachwuchshoffnungen gehalten werden können. Bei einem lokal verankerten Fussballverein ist die familiäre Verbundenheit zum Heimatdorf ein wichtiger Eckpfeiler, dass uns Jungtalente erhalten bleiben. Die "Jugendschmiede" soll jedem Spieler eine alters-, stufen- und leistungsgerechte Teilnahme am Meisterschaftsbetrieb bieten und Nachwuchshoffnungen sollen früh erkannt und individuell gefördert werden. Ziel unserer Funktionäre muss es deshalb sein, dies auch in Zukunft sicherstellen zu können. Ziel eines Jugendspielers, der 2. Liga oder höher spielen will, soll es wiederum sein, mit seinen Mannschaftskollegen aufzusteigen, anstatt alle zwei Saisons den Verein zu wechseln. Und wenn es dann doch irgendeinmal irgendeiner zum BSCYB, zu Genua, Rom, Bordeaux, 1860 München, Rostock, Dresden, Aue, Nürnberg, Schalke, nach Liverpool oder gar zum HSV oder zu den Glasgow Rangers schaffen sollte, soll er seine Herkunft nie vergessen und seine Karriere immer gerne beim FCGS ausklingen lassen dürfen.
Dieses Gefühl von Zusammenhalt und bis in alle Ewigkeit unbesiegbar zu sein, wenn die Spieler vor dem Anpfiff einen Kreis bilden und sich gegenseitig Mut einprügeln, dieses Gefühl kann dir kein Trainer oder kein Vorstandsmitglied vorgeben. Dieses Gefühl müssen die Spieler von der Pike auf spüren, damit sie diese Vereinszugehörigkeit selber entwickeln. Diese Basis sicherstellen zu können ist die grosse Herausforderung und die wöchentliche harte, ehrenamtliche Arbeit. Und genau deshalb ist der FCGS für mich keine "Marke", wie es vielleicht andere gerne sehen würden. Sondern vielmehr soll der FCGS auch in Zukunft der Amateurverein, welcher er heute ist, bleiben und so ein gutes Vorbild für den Profifussball sein. Und der Arniacher soll immer der Ort, wo man Sorgen, Ängste und Nöte für 90 Spielminuten vergessen kann, bleiben.


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