2. Mannschaft - 5. Liga

<< 5. September 2019: Spitzenkampf auf dem Hubelgut

Ein Trainer bereitet sich intensiv auf einen Wettkampf vor. Er versucht aus den Aufstellungen und vergangenen Wettkämpfe seines Opponenten das Spielsystem zu erraten. Er studiert akribisch die bisherigen Resultate und begleitenden Statistiken um zu eruieren, welche Spieler seinem Team gefährlich werden könnten, und denkt nach über Strategien sie zu neutralisieren. Er registriert alles, schreibt alles auf was ihm möglicherweise nützen könnte seine Mannschaft auf dem Gegner ein zu stellen. Das gilt auch für mich. (« Was, du auch? » - « Ja, ich auch! ») Nun vielleicht nicht immer, aber sicher nicht selten …. eher manchmal aber das ziemlich oft.

Ich nehme was das betrifft mein Amt seriös. Es kommt - wenn ich mich in einer derartigen eifrigen Verfassung befinde - sogar vor, dass ich die Webseiten meines Gegners besuche um mich so richtig schlau zu machen. Da gibt es oft viele wichtige Details. Zum Beispiel: Welche Farbe hat ihr Dress? (Wichtig!) Wie gross sind die Innenverteidiger?( Auch wichtig!) Was für Frisuren haben die Stürmer? ( Sehr wichtig!) Haben die ein überhaupt ein« Klubbeitzli » ( So etwas von wichtig!) und wenn ja, wie teuer ist dort eine Harasse Bier? ( Extrem wichtig!)

Ich gebe es nicht gerne zu, aber ich schaue mir manchmal sogar die Spielberichte meiner zukünftigen Gegner an, in der Hoffnung noch mehr Einsicht in ihren Stärken und Schwächen zu kriegen. Nun bei unserem Gegner, dem SC Ittigen a, hat diese Übung nicht viel gebracht. Die Informationen waren so dünngeschissen und nichtssagend, dass ich mich einfach nicht an den Eindruck entziehen kann, dass die Typen es extra machen. ( Der letzte Teil des vorherigen Satzes beinhaltet ein Niederlandismus*, aber weil es so verdammt gut tönt, lasse ich es trotzdem stehen) Mir blieb also nichts anders übrig als hinzufahren und auf der Stelle ( ad hoc ) zu reagieren.

Der SC Ittigen a führte mit 6 Punkten die Rangliste an, hatte 12 Tore geschossen und 2 kassiert. Wir folgten auf Rang 2 ebenfalls mit 6 Punkten, hatten 6 mal getroffen und 0 Tore kassiert. Nach erst zwei Runden ist das kein berauschendes Ergebnis. Gut, die beide Mannschaften befanden sich an der Spitze der Tabelle, aber von einem Spitzenspiel zu sprechen, schien mir doch etwas verfrüht zu sein. Der SC Ittigen sah das aber ganz anders. Sie hatte das Spiel gross angekündigt:

«Am Samstag 31.08.2019 / 17.30 Uhr, spielt unser «Eis» auf dem Hubelgut das Spitzenspiel gegen den FC Grosshöchstetten-Schlosswil. Unterstützt unser «Eis» vor Ort beim Topspiel der 3. Runde». Ein Spitzenspiel auf dem Hubelgut gegen das «Eis» von Ittigen. »

Ich sah es schon vor mir: Auf dem Hubelgut sieht es schwarz von Zuschauern. Die Damen im Clubbeitzli, gehüllt in clubfarbigen marineblaue Miniröcke und engen Tops, kommen mit dem Bier zapfen nicht mehr nach. Reihen von Durstigen stauen sich vor der Theke, während draussen auf dem Rasen zwei topmotivierte Mannschaften um den Sieg ringen mit nichts weniger als der Tabellenspitze als Belohnung. Das Spiel ist verdammt eng, das Resultat bis zum Ende ungewiss.

Die Wirklichkeit war aber anders. Aus der engen Partie wurde nichts. Wir wurden statt dessen unter den Augen einiger eigenen Fans mit 6-1, gefühlt, gewaschen, getrocknet und gebügelt im Ballschrank versorgt. Bereits beim Einlaufen wurde klar, dass es mit der Motivation nicht so gut bestellt war. Was war eigentlich mit unserem Pesche Siegenthaler los? Der sonst so spritzige Jungspund wirkte bereits vor dem Spiel wie eine zusammengefaltete Zeitung in einem Bierglas um 5 Uhr Ante Meridiem. Wir starteten in das Spiel wie die Schlafwandler aus dem Buch von Christopher Clark: Augen sperrangelweit offen, aber ohne etwas zu sehen.** Wahrscheinlich hatte die Mehrheit meiner « Giele » vor dem Spiel noch heimlich einige Flaschen Klosterfrau Melissengeist zu sich genommen um ihre zitternde Nerven zu beruhigen. Das hat sicher geholfen. Nach einer Minute lag der Ball bereits hinter Jan im Netz. Das 2-0 folgte einige Minuten später: Aus einer Ecke wie ein Schuss wurde unhaltbar eingeköpft. So etwas nennt man eine Hypothek. Unser Mittelfeld hatte lange, sehr lange, überhaupt keinen Griff auf das technisch hochverzierte Mittelfeld der Gastgeber. Damiano und Khalid wirkten blass, Jeri und Joschka verunsichert, Jölu und Michu desorientiert. Erst nachdem Pädu Stuker einen verdammt guten Diagonalpass von Giacomo mit einem wunderbaren Schuss vergoldete, erwachten alle aus dem Schlaf. Etwa 10 bis 15 Minuten lang waren wir jetzt die bessere Mannschaft, gewannen mehrheitlich die Duelle, standen den Gegnern auf die Füssen und griffen verbissen an. Jetzt war es der Gegner der verunsichert war. Wir waren sogar nahe am Ausgleich, hätte Michu nicht einen totsicheren Hammer von Damiano blockte. In der letzten Minute der ersten Halbzeit wurde uns aber ein Fehlpass vom vorrückenden Samuel Januth zum Verhängnis. Die Gastgeber starteten einen perfekten Konter, wie aus dem Bilderbuch und schickten uns mit 3-1 in die Teepause. anach aben wir es nochmal probiert, aber als, nach einer etwas unglücklichen Aktion von Samuel Blatter, as 4-1 viel, war es vorbei. Wir haben uns danach so gut wie es geht durch die 2. Hälfte gewurstelt. Für den Ehrentreffer hat es nicht gereicht.

Ein Spitzenspiel war es nicht, dafür waren die Jungs aus Ittigen viel zu überlegen. Und Schwarz von Zuschauern war es auch nicht. Nach dem Spiel bemerkte ich, dass hinter der Theke, statt viele, nur eine Dame die Stellung hielt. In einem Minirock und engen Top in Marineblau war sie nicht gehüllt. Was stimmte, war dass da Zapfen vom dem Bier sich verzögert hatte. Tatsächlich hatte sich eine Reihe von Durstigen vor der Theke gestaut. Aber nicht, weil die nicht mithalten konnte, sondern weil das Fass gewechselt werden musste. Die Dame war hübsch und sehr nett. Das hat uns die bittere Niederlage doch noch versüsst.

*« Ich kan mich nicht an den Eindruck entziehen ist eine wortwörtliche Übersetzung von« ik kan me niet aan de indruk onttrekken »

** Christopher Clark. Die Schlafwandler. Wie Europa in den ersten Weltkrieg zog, München 2013.

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Bericht: Reggie Luijf

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FC Grosshöchstetten-Schlosswil - SC Worb 3:6 (2:4)
Offizieller Rapport


Scorer Saison 2019/20 (Meisterschaft und Pokalwettbewerb)

Spieler Tore Assists Punkte
Wüthrich M. 3 0 3
Ahmed K. 2 0 2
Tanner M. 1 0 1
Stuker P. 1 0 1
Januth S. 0 1 1
Loosli J. 0
1
1
Jegerlehner M. 0
1
1


Spielplan

Datum/Zeit Gegner Resultat
Mo, 05.08.2019
19:00
FC KONOLFINGEN (5.)
Trainingsspiel
6-3
Do, 15.08.2019
20:15
fc biglen (3.)
Trainingsspiel
0-0
So, 18.08.2019
15:00
sc holligen 94
Meisterschaft
5-0 bericht
So, 25.08.2019
12:30
SC GRAFENRIED
Meisterschaft
1-0 bericht
Sa, 31.08.2019
17:30
sc ittigen a
Meisterschaft
1-6 bericht
So, 08.09.2019
12:30
FC JEDINSTVO
Meisterschaft
3-1
So, 22.09.2019
12:45
fc madretsch
Meisterschaft
So, 29.09.2019
12:30
FC ORPUND
Meisterschaft
So, 06.10.2019
10:00
sv safnern
Meisterschaft
So, 13.10.2019
10:00
fc utzenstorf b
Meisterschaft
Sa, 19.10.2019
16:00
SC BURGDORF
Meisterschaft
So, 05.04.2020
12:30
SC HOLLIGEN 94
Meisterschaft
Mo, 13.04.2020 sc grafenried
Meisterschaft
So, 19.04.2020
12:30
SC ITTIGEN A
Meisterschaft
So, 26.04.2020
15:30
fc jedinstvo
Meisterschaft
So, 03.05.2020
12:30
FC MADRETSCH
Meisterschaft
So, 10.05.2020
14:00
fc orpund
Meisterschaft
So, 17.05.2020
12:30
SV SAFNERN
Meisterschaft
So, 24.05.2020
12:30
FC UTZENSTORF B
Meisterschaft
Mo, 01.06.2020
20:00
sc burgdorf
Meisterschaft

HEIMSPIELE SIND IN GROSSBUCHSTABEN
auswärtsspiele sind in kleinbuchstaben

Aktuell

Trainingszeiten

Di: 19:00 - 20:30 Thalibühl
Do: 19:00 - 20:30 Thalibühl

Staff

Trainer
Reginald Luijf
Tel: 079 275 51 57
Mail: reginald.luijf@fcgs.ch

Staff
Michael Reinhard
Mail: michael.reinhard@fcgs.ch

Valentin Reist
Mail: valentin.reist@fcgs.ch

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